GIS in der Praxis: Handwerksbäcker

Weihnachtszeit ist Stollenzeit. Wer wie ich gerne mal zum Stollen (oder anderem Gebäck) greift und nicht genau weiß, wo es besonders gut schmeckt, hier ein Tipp.

Mittlerweile bin ich kein großer Fan mehr der ganzen industriell gefertigten Backwaren, Brötchen, Brot usw., wie es sie bei den großen Ketten oder „Backshops“ gibt. Richtig gute Handwerksbäcker werden leider (zumindest gefühlt) immer weniger. Um aber diese wenigen aufzuspüren, kann die Geoinformatik helfen. Im Bäckerei-Finder von www.brot-test.de sind ausschließlich handwerklich arbeitende Bäcker verzeichnet.

Bäckerei-Finder von www.brot-test.de | 20. November 2016
Bäckerei-Finder von www.brot-test.de | 20. November 2016

Es ist relativ leicht zu erkennen, wo hier die Geoinformatik zum Einsatz kommt. Die Koordinaten der einzelnen Handwerksbäcker werden mit Hilfe von Google Maps als Karte visualisert. Man stelle sich vor, das wäre nur eine endlose Liste von Adressen, die man durchsuchen müsste. Und in den Zeiten, wo fast jeder ein Navigationsgerät in Form eines Smartphones in seiner Tasche hat, gibt es das ganze sogar als App. Einfacher gehts kaum.

Aber die Seite bietet noch mehr: Über einen Klick auf das entsprechende Bäckereisymbol lassen sich Ergebnisse der offiziellen Brotprüfung abfragen. So bekommt man einen ungefähren Eindruck, wie gut die Qualität vor Ort ist.

Und ich bin durchaus überrascht, wie viele Handwerksbäcker es in Leipzig doch noch gibt. Nur irgendwie fallen die in der endlosen Masse von Bäckereiketten gar nicht mehr auf. Aber jetzt kann ich nachschauen, wo ich meine Brötchen (oder das Weihnachtsgebäck) demnächst kaufen werde.

World Machine

Da ich mir gerne auch mal eigene Karten für verschiedene Spiele baue, habe ich nach einem Programm gesucht, um diesen Prozess etwas zu vereinfachen. Mein Problem bei den meisten Karteneditoren war oft, dass ich keine realistischen Landschaften kreieren konnte. Das lag weniger an den Editoren selbst, sondern eher an dem Aufwand, das Gelände auf den teils riesigen Karten abwechslungsreich zu gestalten. Da mittlerweile viele Programme so genannte Höhenkarten („Heightmaps“ – ein Grauwertbild bei dem die Werte des Grautons als Höhe interpretiert werden) unterstützen, lag es nahe, ein Werkzeug zur Erstellung dieser zu suchen. Durch Foren bin ich dabei auf das Programm World Machine gestoßen.

World Machine generiert realistische Landschaften prozedural – abhängig von den gewählten Einstellungen, Generatoren und Filtern. Die entstandene Landschaft kann abschließend z.B. als png-Bild exportiert werden. Allerdings ist der Umfang recht beachtlich und es erfordert einiges an Einarbeitungszeit. Aber es macht mir eine Menge Spass damit zu arbeiten und experimentieren und zu schauen, wie sich die Landschaft verändert. Eine detailliertere Programmvorstellung wird definitiv noch folgen, wenn ich etwas mehr Erfahrung mit World Machine habe. Vorerst nur ein Bild meiner ersten Landschaft, die ich in eine Karte für Cities: Skylines umwandeln werde.

World Machine Valley
World Machine Valley

Geschichten mit GIS

Mit Geoinformationssystemen lassen sich nicht nur einfach Karten generieren, die den ein oder anderen Sachverhalt statisch darstellen. Durch eine Kombination mit dem Web lassen sich sogar interaktive Geschichten (Story Maps) erzählen.

Ein Beispiel? In We are Living in The Age of Humans wird etwas über den Menschen und das Ökosystem Erde erzählt, welche Probleme es gibt und wie wir alle unser Land nutzen. Es ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie geographische Informationen im Zusammenhang mit verschiedensten Daten für ein großes Publikum verständlich aufbereitet werden können. Wer also Interesse an Karten im Zusammenhang mit etwas Unterhaltung hat, sollte sich dort mal umschauen.

Leben 2.0

Wer ein Smartphone und/oder PC besitzt und Google-Dienste nutzt (Suche, Youtube etc.) kennt das schon: Suchanfragen, Verlauf, Spracheingaben und besuchte Orte werden allesamt von Google gespeichert. Jetzt hat man als Nutzer die Möglichkeit, diese Daten in seinem Google-Konto einzusehen. Wer also Interesse daran hat einen Einblick zu bekommen, was Google alles weiß, sollte in seinen Kontoeinstellungen oder dem Verlauf vorbeischauen. Erschreckend oder? Dennoch auf die Art interessant, wie die Daten der Standorte aufbereitet werden: Als Karte. Hier mal der Verlauf eines typischen Arbeitstages von mir:

Zur Arbeit und zurück - Google ist mit dabei
Zur Arbeit und zurück – Google ist mit dabei

Der Weg per Straßenbahn hin und zurück ist deutlich zu erkennen, als auch mein abendlicher Besuch im Bahnhof um nach etwas Essbarem zu suchen – der zeitliche Verlauf wird nämlich auch gespeichert. Gefährlich wird es dann, wenn diese Daten genutzt werden um jemanden zu überwachen oder festzustellen, wann man sich zu einer bestimmten Zeit an einem Ort aufgehalten hat. Der Verlauf reicht dabei mehrere Monate zurück. Noch kann auf diese Daten nur der Besitzer des Kontos zugreifen (und Google natürlich), aber wer weiß…

Deshalb ein paar Tipps, um der ganzen Sammelei wenigstens etwas entgegen zu wirken:

  • Ein sicheres Passwort für das Google-Konto, damit die Daten für keine andere Person zugänglich werden
  • Smartphone nach Bedarf komplett ausschalten
  • In den Kontoeinstellungen den Verlauf für alle Dienste deaktivieren (blauer Schieberegler)
  • Den Verlauf löschen: Hier auf Verlauf verwalten klicken und dann für jeden Dienst (Web&App-Aktivitäten, Geräteinformationen, Standortverlauf usw.) rechts oben auf google_button_edit klicken und Löschen auswählen
  • Genau nachdenken, was man in sozialen Medien und im Internet veröffentlicht

Räumlicher Index in ArcGIS 10.2.2

Ich hatte vor kurzem mit einem großen Datensatz (ca. 4 Millionen Linienobjekte) zu tun, der sich minutenlang im ArcGIS 10.2.2 aufgebaut hat. Die Daten befanden sich in einer ArcSDE in Oracle. Merkwürdig war, dass dieser aus einer anderen DB importiert wurde in der er sehr performant lief. Die erste Vermutung ging in Richtung des DB-Servers – allerdings waren andere Daten nicht von Performanceproblemen betroffen. Nach einigen Recherchen habe ich festgestellt, dass ArcGIS beim Kopieren der Daten keinen neuen räumlichen Index gerechnet hatte, was bei anderen Datensätzen offensichtlich automatisch passierte.

Der räumliche Index ist ein mehrdimensionales Gitter, welches über den Datensatz gelegt wird und über das ArcGIS die Daten abruft. Man könnte es sich als eine Art gecachtes Inhaltsverzeichnis vorstellen, ähnlich dem Gitternetz auf einer Straßenkarte. Dieser Index ist vor allem bei großen Datensätzen von entscheidender Bedeutung, da sonst die Geschwindigkeit des Kartenaufbaus deutlich darunter leidet.

Um einen räumlichen Index zu erstellen, klickt man im ArcCatalog mit der rechten Maustaste auf die FeatureClass > Eigenschaften und wählt den Reiter Indizes aus. Folgendes Fenster sollte zu sehen sein:

Indizes einer FeatureClass
Indizes einer FeatureClass
In diesem Fall existiert bereits ein Index mit dem Namen A2750_IX1. Sollte hier keiner vorhanden sein, kann mit einem Klick auf Erstellen und anschließend auf Übernehmen ein neuer gerechnet werden. Dies kann einige Minuten in Anspruch nehmen, je nach Größe der Daten. Der Klick auf Übernehmen scheint mir an dieser Stelle sehr entscheidend zu sein, da erst dann der Index auch berechnet wird.

Nachdem bei meinen Daten wieder ein Index vorhanden war, wurden diese in ArcMap innerhalb weniger Sekunden dargestellt.
Der Index ist sicher kein Allheilmittel für alle Performanceprobleme, allerdings ein guter Ansatz um die Ursache einzugrenzen.

Weiterführende Informationen:
Räumliche Indizes in Geodatenbanken
Erklärung zum Indexgitter